Unser Erasmus+- Aufenthalt in Lissabon (9.10.-15.10.2016) - ein Schülerblog

Lissabon - Tag 1

Am ersten Tag treffen sich alle Schüler aus der Türkei, Frankreich, Italien, Ungarn, Portugal und Deutschland pünktlich um 9 Uhr in der Schulbibliothek, um zu erfahren, was wir in der kommenden Woche erleben werden. Die Lehrer der verschiedenen Länder setzen sich an einen Konferenztisch und halten ihre Ansprachen. Mit dabei ist unser Schulleiter Herr Beer, der selbstbewusst seine Ansprache hält. Er zeigt einen tollen Auftritt und endet mit den motivierenden Worten "Die Jugend ist die Zukunft!" Er bedankt sich bei den portugiesischen Lehrern und übergibt ein traditionell bayrisches Geschenk. Die Schüler sind beeindruckt von unserem sympathischen Schulleiter und sind außer Rand und Band.

Dann werden die Schüler in sechs international gemischte Gruppen aufgeteilt, damit sie sich kennenlernen. Außerdem arbeiten sie an einer Powerpoint-Präsentation, die sich mit dem Asylverfahren in den einzelnen Ländern beschäftigt. Danach geht es ins Freie und portugiesische Schüler zeigen spontan einen Afro-Tanz. Ein Paradebeispiel für Integration, da auch einheimische Anwesende mittanzen. Auch unsere Mitschülerin Franziska zeigt uns paar Moves! Nun dürfen die männlichen Gäste beweisen, was sie fußballerisch drauf haben. Es findet ein Spiel zwischen Lehrern und Schülern statt. Nach dem Sieg der Lehrer werden wir in der Schulkantine von der "Kochklasse" der Schule mit einheimischen Spezialitäten verwöhnt. Die Schülerbedienungen werden extrem respektvoll behandelt. Im Anschluss gibt es einen Vortrag über die Migranten in Portugal. Über 120 verschiedene Nationalitäten sind derzeit eingebürgert. Fazit des Vortrags: Das Wichtigste bei der Integration ist die Erlernung der Sprache! (Tolga)

Lissabon - Tag 2

An unserem zweiten Tag in Lissabon haben wir uns um halb 10 an der Schule getroffen. Von dort aus sind wir mit dem Bus nach Vila Franca da Xira, eine kleine portugiesische Stadt, gefahren. Als erstes wurden wir hier im Stadtmuseum begrüßt und sind dann weiter ins "museo do neo realismo" gegangen. Nachdem wir dort eine etwas zu lange und ziemlich langweilige Führung hinter uns gebracht hatten, ging es auch schon weiter in die Stadtbücherei. Vom fünften Stock aus hatte man einen sehr schönen Ausblick auf die Stadt und den Rio Tajo. Mit dem Bus ging es dann weiter in den "Parque das Nacoes". Hier bekamen wir alle ein Lunchpaket und durften dann für zwei Stunden selbst die Gegend am Fluss und das naheliegende Shoppingcenter erkunden. Um halb vier war unsere Tour dann zu Ende und wir sind zur Schule zurück gefahren. Hier wurde dann nochmal in den gleichen Gruppen wie am Montag an verschiedenen Themen zur Migration gearbeitet. Um fünf Uhr haben wir die Arbeit dann beendet und den Rest des Tages in unseren Gastfamilien verbracht. (Lisa)

Lissabon - Tag 3

Heute besuchten wir den Turm von Belem und erhielten eine kurze Einführung in dessen Geschichte. Anschließend ging es bei strömendem Regen weiter in das Museum of Archaeology, in dem wir einen Vortrag mit dem Titel "The history of humanity ist he history of migrations" hörten, in dem es um die Ursprünge der Migration und deren Nachweisbarkeit ging.

Daraufhin fuhren wir in eine Moschee, besichtigten diese und führten eine angeregte Diskussion über den Islam, dessen Grundwerte und seine Verankerung in der portugiesischen Bevölkerung. Außerdem erhielten wir dort ein typisch orientalisches Essen. Leider war danach keine Zeit mehr, um das sogenannte "multikulturelle Zentrum" ausgiebig zu erkunden, doch dafür genossen wir afrikanische Tänze von Frauen aus den Kapverden. Anschließend wurden wir für das nationale portugiesische Fernsehen interviewt und durften alle die leckeren Pasteten aus Belem probieren - eine Spezialität. (Franzi)

Lissabon - Tag 4

Am vierten Tag hatten wir am Vormittag die Möglichkeit, an einem Surf- Workshop teilzunehmen. Hier wurden uns Grundtechniken gezeigt und es konnten erste Surferfahrungen im Wasser gemacht werden. Trotz des kalten Wetters kam der Workshop sehr gut an.
Während des anschließenden Picknicks am Strand, konnten wir uns noch mit den Schülern aus den anderen Ländern austauschen.
Nachmittags besuchten wir die Stadt Sintra und Quinta da Regaleira, ein ehemaliges Privathaus, das von einem Kunstliebhaber grandios gestaltet wurde. Heute ist es UNESCO Wektkulturerbe. Hier hatten wir zwei Stunden Zeit, das Schloss und die Umgebung eigenständig zu erkunden. In kleineren, teilweise internationalen Gruppen besichtigten wir dort kleinere Höhlen, Türme und Gärten, die sich um das Schloss befanden.
Nach einem kleinen Stop an den Souvenirshops machten wir uns auf den Weg nach Hause und hatten den restlichen Abend noch zur freien Verfügung. (Jessica)

Lissabon - Tag 5

Wie immer beginnt auch unser letzter Tag in Lissabon mit einer Verspätung des ersten Programmpunktes, dafür aber mit Sonnenschein. Wir fahren in das Stadtviertel Quinta do Mocho, um dort das "Open Air museum of urban art" anzuschauen.

Zahlreiche Wohnblock sind nach ihrer Sanierung 2014 an den Wänden mit insgesamt 51 riesigen Graffitis oder Malereien in den verschiedensten Stilrichtungen bemalt. Wir sind wahnsinnig beeindruckt von der Größe, Schönheit und Symbolkraft der Kunstwerke, die im Kontrast zu diesem sehr armen, und früher auch kriminellen, Viertel stehen.

Nach unserer Rückkehr werden wir wieder mit einem sehr leckeren Mittagessen, der "Koch-Klasse" der gastgebenden Schule, verwöhnt.

Nachmittags halten die verschiedenen Gastschulen ihre interessanten Abschlusspräsentationen in der Bibliothek.

Im Anschluss gibt es in der Mensa noch einmal ein tolles Dessertbuffet. Wir nutzen die Gelegenheit, um uns von den anderen Teilnehmern zu verabschieden. Wir tanzen, schießen Erinnerungsfotos, tauschen Adressen aus und zum Abschied fließen auch Tränen.

Nun geht eine wunderschöne Zeit mit vielen positiven Eindrücken in Lissabon zu Ende. Alle teilnehmenden Schüler spüren den Grundgedanken Europas und wir verstehen uns als "Eine europäische Gemeinschaft" (Laura)