KECSKEMÉT - HUNGARY

Berichte über die Fahrt nach Ungarn mit der Erasmus-Gruppe

Am Sonntagmorgen ging es mit dem Zug Richtung Budapest los. Unser Ziel Kecskemét erreichten wir nach ca. 8 Stunden, wo wir gleich herzlich von den ungarischen Lehrern und Gastfamilien empfangen wurden. Am Montag trafen sich alle Lehrer und Schüler der sieben Länder (Frankreich, Italien, Türkei, Portugal, Irland, Ungarn und Deutschland) das erste Mal und es wurden die Zuhause vorbereiteten Präsentationen zum Thema Einflüsse von Migration im Heimatraum vorgestellt. Der nächste Tag sollte sehr produktiv werden, denn die Schüler arbeiteten in internationalen Gruppen, das heißt in jeder Gruppe waren sieben Schüler aus unterschiedlichen Ländern plus einen Lehrer. Die Arbeitsgruppen beteiligten sich an den verschiedenen Projekten, die am Ende des Programms "Colours of Europe" fertig erstellt sein werden. Dazu gehören ein Recipe Booklet, ein Language Glossary, eine eigene Website über das Projekt für jede Schule, ein Interculural calendar, sowie eine Dokumentarfilm über das ganze Projekt. Es wurde aber nicht nur gearbeitet, sondern wir haben zum Beispiel auch das Rathaus und die Stadt Kecskemét gesehen. Budapest und das nahegelegene Künstlerstädtchen Szentendre besuchten wir am Mittwoch, dazu gehörten eine Bootstour bei Sonnenschein sowie eine Besichtigung des Burgviertels in Budapest, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Auch die Zeit zum selbst erkunden für Schüler und Lehrer der Stadt blieb nicht aus. Am Donnerstag wurde wieder in internationalen Gruppen gearbeitet und am Nachmittag die Ergebnisse präsentiert. Abends fand im Rahmen des Abschlussfestes ein Volkstanzkurs statt, bei dem leidenschaftlich getanzt und viel gelacht wurde. Anschließend zogen sich einige ihre traditionellen Gewänder an und es gab ein großes Buffet mit traditionell ungarischen Speisen. Am letzten Tag besuchte die ganze Gruppe den Historischen Nationalgedenkpark in Ópusztaszer inklusive dem Rundbild "Die Hereinkunft der Ungarn", das der Stolz aller Ungarn ist. Im Anhang fand der große Abschied statt, der allen trotz der kurzen, aber doch intensiven Zeit sehr schwer fiel. Der Samstag wurde mit Aufenthalt in Budapest für die Rückfahrt genutzt. Eine wertvolle Erfahrung für uns Schüler, wofür wir uns herzlich bei Frau Ramolla für die Organisation dieses Projektes bedanken!
Magdalena Hartmann

Montag, den 30. Mai 2016

Am Tag der Anreise, am Sonntag, wurden wir bei unserer Ankunft in Kecskemét schon recht herzlich von den Gastfamilien empfangen. Den restlichen Tag verbrachten wir dann mit den Familien. Die Sprachkenntnisse der Familien waren sehr unterschiedlich. Zumindest die Schüler konnten alle ein bisschen Englisch und in manchen Familien wurde sogar etwas Deutsch gesprochen. Auf jeden Fall konnte man sich irgendwie verständigen, zur Not mit Zeichensprache.

Am ersten Tag des Projekts stachen vor allem die besonders schön für uns dekorierten Klassenzimmer ins Auge. Überall hingen Flaggen der Teilnehmerländer und Blumentöpfe waren bemalt mit den Wahrzeichen der jeweiligen Hauptstadt. Der Schulleiter der ungarischen Schule eröffnete das Treffen mit einer kurzen Rede, wobei er einen Übersetzer brauchte, da dieser leider kein Englisch konnte.

Nachdem Herr Beer noch einige motivierende Worte zum Projekt sagte, begannen wir mit den "Flag presentations" und den Präsentationen über den Einfluss von Migration in den jeweiligen Heimatländern bezüglich Essen, Mode, Musik, Architektur und Kunst.

Besonders überraschend war, dass in Ungarn die Deutschen die größte sprachliche Minderheit sind.

Am Nachmittag wurden wir dann durch die Schule geführt. Es gibt an der Kando-Schule viele Werkräume, besonders für die Fachschaft Kunst und für die technischen Fächer. Dort werden sogar Elektro-Automodelle gebaut. Ein Modell hat sogar einen sehr hoch dotierten Preis gewonnen und somit hat Kando sogar einige Universitäten im Rennen hinter sich gelassen. Anschließend stellten die Iren, die erst nachmittags ankamen, noch ihre Präsentationen vor.

Zum Schluss wurden die Gruppen für die internationale Teamarbeit für die nächsten Tage eingeteilt.

Julia Weber, Q11

Dienstag, den 31. Mai 2016

Der zweite Tag unserer Erasmus + Fahrt nach Ungarn begann mit einem Treffen aller Beteiligten, Schüler und Lehrer, an der Kandó Schule in Kecskemét. Ab 8:30 Uhr starteten die ersten Vorbesprechungen für die geplante internationale Gruppenarbeit. Jeweils 1 Schüler der 7 teilnehmenden Länder wurde in eine Arbeitsgruppe eingeteilt. So entstanden 5 AKs, die sich auf unterschiedlichste Art und Weise mit dem Erasmus + Projektthema befassten. Zum einen entstand eine "website group" unter der Leitung einer italienischen Lehrerin und dem deutschen Lehrer Herr Erl, eine "intercultural calender group" unter der Leitung der deutschen Lehrerin Frau Bross-Seebeck, zum anderen eine "language glossery group" unter Leitung eines irischen Lehrers, eine "recipe booklet group" unter Leitung einer portugiesischen Lehrerin und eine "filming documentary group" unter Leitung einer ungarischen Lehrerin. Die erste Phase der Gruppenarbeit gab die Möglichkeit uns gegenseitig besser kennenzulernen, Zeit zum Austauchen und neue Freundschaften zu schließen.

Gegen 12:00 machte sich dann die komplette Erasmus + Gruppen auf den Weg zum Mittagessen in die Innenstadt. Im Hotel "Három Gúnár" erwartete uns ein "ALL YOU CAN EAT" Buffet mit vielen leckeren Spezialitäten der ungarischen Küche, wie die berühmt berüchtigte Gulaschsuppe.

Anschließend wurden wir eingeladen das Rathaus von Kecskemét zu besuchen. Im großen Saal, ausgeschmückt mit "Thron" für den Bürgermeister, Kronleuchter und Gemälden von bedeutenden Persönlichkeiten der ungarischen Historie, hörten wir gespannt den Erzählungen über Geschichten rund um das Rathaus, Kecskemét und die Region außerhalb der Stadt zu.

Abschließend, begleitet von der Kamera des lokalen Fernsehsenders, hatten wir die Chance das Stadtzentrum auf eigene Faust zu erkunden. Bei klarem Himmel und strahlendem Sonnenschein, im Sinne einer "interactive Sightseeing-Tour", machten wir uns in kleinen transnationalen Gruppen auf die Suche nach Kecskeméts Wahrzeichen und Kulturgütern.

Rebecca Schmitt, Q11

Mittwoch, den 01.06.2016

Auf Mittwoch freute sich schon die ganze Gruppe, denn für diesen Tag war ein Besuch in Budapest und Szentendre geplant. Am Morgen mit dem Bus in Budapest angekommen, fuhren wir mit einem Boot auf der Donau zu dem Künstlerstädtchen Szentendre. Dort erkundeten wir in Kleingruppen die kleinen Gassen, aßen in netten Lokalen zu Mittag oder kauften uns ein Eis.
Mit dem Bus ging es zurück nach Budapest, genauer in das Burgviertel, das zu Buda und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Fischerbastei, die Matthiaskirche und die Burg konnten wir bei Sonnenschein genießen. Auch die Zeit zum Einkaufen blieb nicht zu kurz, was besonders die Mädchen freute. Die Busfahrt nach Kecskemét zurück verging, trotz Stau, wie im Flug, dank einiger spontaner Gesangseinlagen. Spät abends kamen wir schließlich erschöpft, aber glücklich und begeistert an.

Donnerstag, den 02.06.2016

Am Donnerstag trafen wir uns wieder an der Kandó-Highschool um die "International Groupwork" fortzusetzen. Zuerst hörten wir eine Präsentation über die Universität in Kecskemét, die momentan versucht ausländische Studenten anzuwerben.

Danach haben wir die, von den internationalen ERASMUS-Gruppen in Marseille designten, T-Shirts bekommen (siehe Foto). Im Anschluss daran haben wir weiter an den Gruppenprojekten gearbeitet. Nach dem gemeinsamen Mittagessen haben wir den anderen Gruppen die Resultate sowie die Auswertung, der an den Schulen durchgeführten Umfragen zum Migrationshintergrund der Schulfamilie, präsentiert.

Als deutsche Gruppe hatten wir das Privileg eine ungarische Donau-Schwäbin kennenzulernen (eine Lehrerin an der Kando-Schule, sie unterrichtet Mathematik auf deutsch), welche uns von der Geschichte ihrer Volksgruppe, die ursprünglich aus Deutschland stammt, erzählt hat.

Nach ein bisschen Freizeit trafen wir uns wieder an der Schule, um einen typischen, ungarischen Volkstanz zu lernen. Im Anschluss daran geben die jeweiligen Nationen ihre traditionellen beziehungsweise dort populären Lieder zum Besten. Diese wurden mit ausgelassenen Tänzen, wie Macarena, untermalt. Durch das, von den Gastfamilien hergerichtete, traditionelle ungarische Buffet, war auch für Verpflegung an diesem Abend gesorgt. Schon kurz nach dem Essen wurde die Musikanlage wieder von Schülern aus allen Teilnehmerländer übernommen und die Stimmung wurde immer besser. Die Irinnen führten uns "Irish Dancing" vor und auch die Türkinnen zeigten einen einfachen Volkstanz.

Alles in allem war es ein wirklich gelungener Abend, der uns alle ein bisschen näher zusammen brachte und schöne Erinnerungen entstehen lassen hat.

Freitag, den 03.06.2016

Freitag war unser letzter ganzer Tag, den wir in Ungarn verbracht haben. Wie jeden morgen trafen wir uns bei gutem, endlich aber mal nicht zu schwülem Wetter an der Schule, von wo aus wir dann nach Òpusztaszer gefahren sind. Òpusztaszer, so wurde uns von einer ungarischen Lehrerin erklärt, sei ein Freilichtmuseum über die Geschichte Ungarns. Wir hatten die Möglichkeit in Gruppen das Gelände zu erkunden. Es gab einige Statuen von wichtigen Personen aus der Geschichte Ungarns, einen Nachbau eines alten ungarischen Dorfes mit Dorfkirche und einer Schule, alte Zelte, in denen früher, ähnlich wie bei den Indianern, gehaust wurde und einen See.

Alles war anschaulich gestaltet, einige Häuser waren sogar in altem Stil eingerichtet. Gegen Mittag hatten wir die Möglichkeit eine Pferdeshow anzusehen. Es wurde der ursprüngliche Reitstil der Ungarn und einige Kunststücke mit Pfeil und Bogen gezeigt. Gegen Ende des Ausflugs besichtigten wir noch ein riesiges altes, aber neu inszeniertes Gemälde von einer der wichtigsten Schlachten in der ungarischen Geschichte, in der die Ungarn über die Ureinwohner siegten und sich so niederlassen konnten. Das Gemälde lief mit Hilfe von realen Elementen in den Raum hinüber und ließ einem so die Situation noch wirklicher vorkommen. Auf verschiedenen Sprachen wurde einem das Gemälde beschrieben und die wichtigsten Zusammenhänge erklärt.

Nach diesem imposanten Ende des Ausflugs ging es mit dem Bus wieder zurück nach Kecskemét. Alles in allem war der Ausflug sehr schön, auch wenn das Freilichtmuseum eher für jüngere Besucher konzipiert ist.

Am Abend trafen sich noch einige Schüler um den letzten Abend gemeinsam zu genießen, bevor es am Samstag zurück nach Deutschland ging.